Laufbahnberatung 50plus


Wer ab 50 den Job verliert oder sich beruflich neu orientieren will oder muss trifft auf spezielle Rahmenbedingungen. Für eine erfolgreiche berufliche Neuorientierung und Neupositionierung auf dem Arbeitsmarkt braucht es eine gründliche Vorbereitung. Eine Standortbestimmung hilft, sich ein klares Bild der eigenen Kompetenzen zu erarbeiten und den Bedarf zur Weiterbildung zu ermitteln. Die Beschäftigung mit dem Zielarbeitsmarkt dient dazu, die entsprechenden Mechanismen zu erkennen und unnötige Enttäuschungen zu vermeiden. Die Bearbeitung des verdeckten Stellenmarktes ist für diese Altersgruppe eine vielversprechendere Strategie, als sich wie alle anderen auf die gleichen ausgeschriebenen Stellen zu bewerben. Dies alles ist anspruchsvoll und braucht viel Durchhaltevermögen und immer wieder neue Motivation. Als erfahrene Laufbahn- und Outplacement-Beraterin kann ich Sie in diesem Prozess unterstützen.

 

Die Laufbahnberatung 50plus beinhaltet in der Regel folgende Elemente:

  • Berufliche Standortbestimmung
  • Erarbeitung von beruflichen Perspektiven (bisheriges Berufsfeld, Alternativen)
  • Weiterbildungsbedarf, welche Kompetenzen sind nicht à jour
  • Erarbeiten eines zeitgemässen Bewerbungsauftritts
  • Stellensuchstrategie
  • Eröffnung des verdeckten Stellenmarktes
In einem ersten kostenlosen Kennenlerngespräch besprechen wir Ihre Bedürfnisse und Ihre aktuelle Situation. Darauf abgestützt skizziere ich Ihnen Beratungumfang und Kosten.
Vielleicht kommen auch die Beratungspakete Laufbahnberatung oder Karriereberatung für Sie in Frage.

Ein paar Fakten über Stellensuche 50plus

Die Fähigkeiten von über 50-jährigen nehmen ab

Stimmt nicht, wissenschaftliche Studien belegen, einige Fähigkeiten nehmen ab, einige bleiben gleich, viele nehmen noch zu.

 

Es sind vor allem Ältere, die arbeitslos sind

Stimmt nicht, ein Blick in die Arbeitslosenstatistik bestätigt dies:

 

Arbeitslostenquote Oktober 2017

Arbeitslose 3 %

Jugendarbeitslosigkeit 3.2 %

Arbeitslose 50plus 2.7 %

 

Arbeitsplätze werden ins Ausland verlegt

Einige schon, aber bei weitem nicht alle

 

Arbeiten, die tendenziell ins Ausland verlegt werden:

  • Einfache Arbeiten: Produktion, Montage, Administration
  • IT Programmierung
  • Help-Desk

Arbeiten, die in der Schweiz bleiben:

  • High-Tech Branchen
  • Hochqualifizierte Tätigkeiten
  • Forschung, Innovation
  • Alles, was nicht exportiert werden kann: z.B. persönliche Dienstleistungen, Detailhandel, Pädagogik, Gesundheit
  • Spezialfunktionen in Branchen, die ein ausgeprägtes nationales Wissen erfordern, z.B. Steuern, juristische Tätigkeiten.

Das hört man oft von Stellensuchenden über 50

  • Es werden überall Jobs abgebaut.
  • Die Unternehmen entlassen heute vor allem die älteren Mitarbeiter, nach Jahren des loyalen Einsatzes.
  • Ab 50 findet man kaum mehr eine Stelle.
  • Eine Neuorientierung ist unmöglich. Ein zusätzlicher Schritt in der Karriere ebenso.
  • Firmen stellen lieber Ausländer an, sie sind billiger und verkaufen sich besser.
  • Hunderte Bewerbungen haben nichts gebracht. Alle Tipps und Tricks haben nichts genützt.

Was wahr ist

  • Die Stellensuche von über 50-Jährigen braucht mehr Zeit als bei Jüngeren, im Durchschnitt ca. 9 – 12 Monate.
  • 79 % der über 50 Jährigen sind erwerbstätig.
  • Das Suchen eines Jobs über Inserate im Internet oder in Zeitungen ist nicht sehr vielversprechend.
  • Über 50-Jährige müssen bei der Stellensuche kreativ und fleissig sein, sowie zielführend handeln.
  • Über 50-Jährige brauchen bei der Stellensuche ein dickeres Fell, mehr Geduld und mehr Durchhaltevermögen
  • Grössere Firmen stellen weniger ältere Arbeitnehmer ein, bei den KMU ist die Chance grösser, 80 % der Schweizer arbeiten in KMU.
  • Bei Unternehmen, die einen „jung-dynamischen“ Stil pflegen, ist die Chance auf eine Stelle geringer.
  • Eine komplette Neuorientierung in einem neuen Beruf, in einer neuen Branche ist in der Tat schwierig.

Was zum Erfolg führt

  • Bei Stellenverlust: Wunden lecken, Trauer, Wut und Enttäuschung bewältigen und dann an die Arbeit und den Blick nach vorne richten, Rachefeldzüge bringen in der Regel nichts.
  • Sich gesund und leistungsfähig halten. Das ausseberufliche Leben so gut wie möglich gestalten.
  • Kreativ bleiben bei der Stellensuche.
  • Sich über die heutige Arbeitswelt, den aktuellen Arbeitsmarkt informieren.
  • Dran bleiben, Rückschläge (Absagen) überwinden.
  • An sich und seine Fähigkeiten glauben, die Erfahrung auch bei der Stellensuche nutzen, sich und sein Alter selbstbewusst präsentieren.
  • Der Glaube daran, dass man selbst etwas tun kann, dass Handlungsspielraum besteht, dass nicht immer andere schuld sind an einer schwierigen Situation.
  • Das Vertrauen, dass irgendwo eine Arbeit, eine Firma auf einen warten.
  •  Sich bei Bedarf professionelle Hilfe organisieren, bei erfahrenen Coaches, Laufbahnberaterinnen, etc.

Erfahrungsberichte 50plus


Kopf hoch und weitermachen 

das rät Freddy Disch stellensuchenden Menschen über 50. Er hat mit 55 Jahren die Stelle verloren, und kürzlich nochmals, mit 58, die Stelle gewechselt. 

     

Herr Disch, Sie haben mit 55 ihre Stelle verloren. Wie war das für Sie?

Als Kadermitarbeiter in der Baubranche hatte ich an den verschiedenen Standorten mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Menschen zu tun. Alle Begegnungen und Projekte verliefen in einem guten bis sehr guten Einvernehmen mit allen Beteiligten. Ich habe diesen sehr vielseitigen Job sehr gerne ausgeübt. Die Kündigung kam deshalb unerwartet. Deshalb war das für mich in mancher Hinsicht eine sehr belastende Zeit.

 

Wie lange dauerte es, bis sie wieder eine neue Stelle fanden?

Februar bis Mai; ca. 4 Monate.

 

Wie sind Sie vorgegangen bei der Stellensuch

Ich habe Inserate auf den einschlägigen Job-Plattformen gesucht.

Parallel dazu belegte ich ein „Outplacement“ bei einer Laufbahnberaterin, um das Richtige zu suchen und zu finden.

 

Was war besonders schwierig in dieser Zeit.

Da ich den gekündigten Job längstens 8 Monate weiterführen konnte und ich mich so aus „gesicherter Stellung“ mit Unterstützung des Outplacements neu orientieren konnte, war diese Zeit für mich wenig belastend. Meine Frau, die die Firma vor mir verlassen hatte, fand auch wieder eine Anstellung, die ihr entsprach.

 

Was war bei der Stellensuche besonders hilfreich? Was hat zum Ziel geführt?

Hilfreich waren vor allem mein Werdegang, im Besonderen die permanente Weiterbildung und die Anstellungen in verschiedenen Rollen (Handwerker, Kundenkontakt im Service, Planer, Bauherrenvertreter, etc.) Dadurch war das Spektrum möglicher Gebiete recht gross.

 

Zielführend war die Unterstützung der Outplacement-Beraterin, da Entscheide richtiger gefällt werden konnten. Wichtig war ebenfalls, dass ich breit informierte, dass ich „auf dem Markt“ bin.

Zum Ziel führte schlussendliche eine persönliche Empfehlung eines früheren Vorgesetzten.

 

Bekamen Sie viele Absagen wegen Ihres Alters?

Ich kann nicht beurteilen, ob ich Absagen wegen dem Alter dabei waren.
Von 40 Bewerbungen, hatte ich 10 Vorstellungsgespräche und am Ende die Wahl zwischen  zwei Arbeitsverträgen.

 

Sie haben vor Kurzem, mit 58, nochmals die Stelle gewechselt. Wie kam es dazu?

Die Planungsabteilung von ca. 25 Mitarbeitenden war in der sich neu orientierenden und formierenden Firma irgendwie ein Fremdkörper. Der Entscheid war, bis zur Pensionierung mit der gleichen Intensität und Engagement für die Abteilung weiter zu kämpfen oder zu kündigen. Ich habe mich für die Kündigung entschieden.

 

Hat sich Ihre neue Arbeitgeberin trotz oder wegen Ihres Alters für Sie entschieden?

Wie ich von meinem jetzigen Mitarbeiter erfahren habe, waren Themen wie „überqualifiziert“ und „unterfordert“ Gründe, dass mein Dossier schon irgendwo parkiert worden war. Auf Nachfragen wurde es reaktiviert. Im Bewerbungsgespräch erhielt ich direkt die Zusage.

 

Ihr Rat an Stellensuchende über 50!

  • Informiere alle, die du kennst, dass und was du suchst.
  • Hole professionelle Hilfe für diverse Themen wie richtiges Vorgehen, Bewerbung, neue Wege der Stellensuche etc.
  • Bewerbe dich auch für Stellen, die am Rande mit deinem Spektrum zu tun haben.
  • Kopf hoch und weitermachen.

Mit einer „5“ auf dem Buckel sah ich wenig Chancen

Karin Marti musste sich mit 51 auf dem Arbeitsmarkt neu positionieren, das ist ihr gelungen. Sie meint, es sei vor allem Glück im Spiel gewesen. Aber dem Glück hat sie nachgeholfen. Zum Beispiel mit der Erkenntnis, dass sie professionelle Hilfe für die Stellensuche in Anspruch nehmen will.

 

Frau Marti, Sie haben vor 51 Ihre Stelle verloren. Was ging Ihnen zuallererst durch den Kopf.

Oh Gott, nimmt mich jemand in meinem Alter? Ich habe doch keine aussergewöhnlichen Fähigkeiten und bin durchschnittlich intelligent – was sollte der Grund sein, dass mich noch jemand einstellt?

 

Wie hatten Sie Ihre Arbeitsmarktfähigkeit eingeschätzt?

Sehr schlecht, auch wenn viele sagten, dass das Know-How und die Erfahrung der älteren Semester sehr geschätzt wird. Mit einer „5“ auf dem Buckel sah ich wenige Chancen, dass  man mich einstellt. Ich bereitete mich mental auf eine lange und frustrierende Arbeitssuche vor.

 

Wie haben Sie die Stellensuche angepackt?

Da ich bei der letzten Stelle 14 Jahre tätig war,  wusste ich sofort, dass ich professionelle Hilfe benötige. Ich musste meinen Lebenslauf à jour bringen und der heute gängigen Form anpassen. Das heisst, ich brauchte jemanden, der die Arbeitsunterlagen „aufpeppt“ und mich durch die Bewerbungszeit begleitet.

 

Wie lange waren Sie auf Stellensuche?

Alles in allem 5 ½  Monate, wobei ich die ersten zwei, drei Monate eigentlich nichts getan habe, ausser mir selbst leid. Alles in allem habe ich 5 oder 6  Bewerbungen geschrieben. Ich bin selber erstaunt, dass es dann so schnell geklappt hat. Ich hatte wirklich Glück.

 

Wie sind Sie vorgegangen bei der Stellensuche?

Ich wendete mich an eine Laufbahnberaterin, die mir von Bekannten empfohlen wurde, um meine Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bringen und mich beraten zu lassen.

 

Was war besonders schwierig in dieser Zeit.

Ich fiel zeitweise immer wieder in ein Loch, ich hatte einfach Angst,  keinen Job mehr zu finden. Und jede Absage, hat mir bestätigt, dass es für mich keinen Job mehr geben wird. Mein Lebenspartner und ich hatten gerade unser neues Eigenheim bezogen und ich war mir nicht sicher, ob ich weiterhin meinen Beitrag zur Finanzierung leisten kann. Eigentlich war es Existenzangst, die mich anfangs fest im Griff hatte und mich ein wenig lähmte.

 

Was war bei der Stellensuche besonders hilfreich? Was hat zum Ziel geführt?

Es war sicher hilfreich, dass meine Arbeitsunterlagen super aussahen und ich mit einem Coach Bewerbungsgespräche geübt habe. Ausserdem konnte ich mit dem Coach auf  „heikle Fragen“ im Bewerbungsgespräch vorbereiten.

 

Denken Sie, dass die Stellensuche einfacher gewesen wäre, wenn Sie 10 Jahre jünger gewesen wären?

Ja, das glaube ich und zwar im Hinblick darauf, noch einmal was ganz Neues anzugehen. So habe ich mich auf meine Erfahrungen konzentriert und mich vor allem bei Jobs in der öffentlichen Verwaltung beworben, wo ich viel Erfahrung hatte.

 

Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie die jetzige Stelle bekommen haben? Gab es viele Mitbewerber?

Es gab schon einige Mitbewerber, aber diese hatten alle keine Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung vorzuweisen. Diese Erfahrung gab dann auch den Ausschlag, dass ich den Job bekommen habe. Ausserdem suchten sie ganz dringend jemanden und ich konnte sofort anfangen.

 

Ihr Rat an Stellensuchende über 50!

Ich habe leider keinen Rat, da ich selber nicht ganz genau weiss, warum ich so viel Glück hatte.

 



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Regula Hunziker Benoist

Laufbahnberatung, Career-Coaching

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