Muss Arbeit glücklich machen?

 

Geschichten von Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht, die endlich ihre „Berufung“ gefunden haben und die voller Leidenschaft arbeiten sind faszinierend. Die Ratgeberliteratur und die Gilde der Berater und Coaches postuliert, dass der Weg vom Beruf zur Berufung für jeden möglich ist, wenn er sich dann nur genügend anstrengt und etwas wagt.

 

Wunschberuf und Realität klaffen jedoch oft auseinander. Die Arbeitswelt ist kein Selbstverwirklichungsparadies, sondern folgt ökonomischen Gesetzen. 

 

Menschen aber wollen ihre Talente in die Arbeit einbringen, wollen Gelerntes einsetzen und möglichst alle ihre Kompetenzen anwenden. Leider ist das für viele nur teilweise möglich. Viele Jobs beinhalten Routinearbeiten, in den meisten Unternehmen oder Organisationen können Mitarbeitende nur bedingt mitgestalten und ihre Kreativität nur begrenzt einbringen. Die Rahmenbedingungen sind recht eng, die Aufgabengebiete klar umrissen, die Abläufe festgelegt, die Vorgesetzten auch nur Menschen. Da bleibt wenig Spielraum.

 

Unsere Grosseltern hatten noch bescheidenere Ansprüche an ihre Jobs. Oft wurden sie sozusagen in eine Branche hineingeboren. Hatte der Vater eine Schreinerei, wurde der Sohn sein Nachfolger. Waren die Eltern Arbeiter, gingen die Kinder in die gleiche Fabrik. War man in der Familie Anwalt, setzten die Söhne diese Tradition fort. Viele waren froh, wenn abends etwas Warmes auf dem Tisch stand oder wenn man im Dorf als Handwerker, Pfarrer oder Arzt Ansehen genoss. Der heutigen Generation, die in einer vermeintlichen Multioptionsgesellschaft aufwächst, wird vermittelt: Wer sich genügend anstrengt, kann seine Träume verwirklichen. Wer das dann nicht schafft oder nicht einmal versucht, den beschleicht ein Gefühl des Scheiterns.

 

Schweizerinnen und Schweizer sind mehrheitlich mit ihrem Job zufrieden

Umfragen zeigen, dass die Schweizerinnen und Schweizer mehrheitlich mit Ihrer Arbeit voll oder ziemlich zufrieden sind. Sind sie einfach pragmatisch? Haben sie resigniert? Vielleicht sind sie sich auch einfach realistisch und akzeptieren, dass die Arbeit in erster Linie einmal zum Lebenserwerb dient. Und arrangieren sich mit gewissen Dingen. Ältere Menschen sind in der Regel zufriedener mit ihrem Job. Jüngere suchen noch nach dem Optimum. Sie sollen sich ja auch nicht mit dem Erstbesten zufriedengeben. Sie müssen erst herausfinden, was alles möglich ist und wo sie hingehören.

 

Wenn nur noch gejammert wird

Das Jammern über den Job gehört fast schon zu unseren Lieblingsthemen, so etwa wie das Klönen über das Wetter. Wenn das Jammern überhandnimmt, wenn die Unzufriedenheit sich steigert, sollte gehandelt werden. Und zwar indem man sich ein paar Frage stellt:

 

Was genau passt mir nicht?

Eine gründliche Analyse ist hier angesagt. Stimmt der Arbeitsinhalt nicht? Ist das Arbeits-Klima nicht gut? Gibt es Konflikte mit Kollegen, mit der Chefin? Oder sind die Rahmenbedingungen schlecht?

 

Was kann ich ändern?

Jeder hat einen gewissen Handlungsspielraum. Es gibt Dinge, die lassen sich ändern, andere nicht.

 

Es lohnt sich, diese Handlungsspielräume auszuloten und da wo es möglich ist, eine Veränderung anzustossen. Zum Beispiel im Gespräch mit dem Vorgesetzten, bei der eigenen Arbeitsorganisation, oder bei der Arbeitseinstellung.
Falls kein oder kaum Handlungsspielraum besteht und die Situation nachhaltig unzufrieden oder sogar krankt macht sollte über einen Stellenwechsel nachgedacht werden. Je sorgfältiger dieser angegangen wird, desto höher ist die Chance, dass die Arbeitssituation sich nachhaltig bessert.

 

Weil ein Job nicht glücklich machen muss, aber doch zufrieden.

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